Nach der
Weihnachtsaktion in Westfalen beim Mutter-Kind Haus Kataluma, ist das CARE-Team
wieder zu Müttern und Kindern gefahren, welche nach einer intensiven Begleitung
durch die Fachkräfte in Kataluma wieder imstande sind alleine zu leben. Sie
erhalten noch eine Weile Unterstützung durch die evangelische Jugendhilfe.
Die
selbstgenähten Knistertüten, Stofftiere und Söckchen für die Kinder,
Körperlotionen für die Mütter, Ingwer und Zitrone - zur Stärkung des
Immunsystems, Möhren, Mandarinen, Apfelsinen und Schokolade und natürlich
Masken – erfreuten die kleinen und großen BewohnerInnen sehr.
Besonders
liebevoll verpackte „Kleinigkeiten" können sehr bedeutungsvoll sein. Immer
wieder erleben wir, wie sehr sich Jung und Alt freuen, etwas auszupacken; es
besitzt für viele einen eigenen Zauber.
„Es muss von
Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll“ - Johann-Wolfgang von Goethe
Stefanie: „
Heute habe ich die letzte Tüte zu dem Nachbarn meiner Eltern gebracht. Im
September ist seine Frau nach einer kurzen Krankheitsphase, ich glaube es waren
nur ca. 8 Wochen von der Diagnose bis zum Tod, verstorben.
Ich habe der
Familie zwar eine Beileidskarte geschickt, aber mehr auch nicht. Nun stand ich
heute etwas aufgeregt alleine vor seiner Tür und es war dann ganz leicht. Er
hat mich sofort erkannt und sich sehr gefreut.
Wir haben
uns darüber unterhalten, wie es ihm geht und womit er sich beschäftigt. Er hat
mir erzählt, dass er am liebsten Sudokus macht und hat dann einen genaueren
Blick in die Tüte geworfen. Neben allen anderem fand er ein Sudokuheft darin
vor! Ich glaube er hat sich wohl 4 oder 5 Mal für die Tüte bedankt.
Als ich
wieder im Auto saß, liefen mir die Tränen. Es war eine Mischung aus
verschiedenen Gefühlen. Zum einen die Dankbarkeit, dass ich Care-Tüten
verteilen darf, denn ohne diese, hätte ich keinen Grund gehabt bei ihm zu
klingeln. So nah ist man sich dann doch nicht. Das kurze Gespräch hingegen war
sehr nah.
Auf der
anderen Seite habe ich auch diese tiefe Traurigkeit gefühlt. Einmal mehr ist
mir deutlich geworden, wie einsam viele Menschen im Moment sind.“
Die
gesammelten Erfahrungen - aus mittlerweile 13 Jahren - beweisen immer wieder:
unsere Fähigkeiten die Gefühle unserer Mitmenschen objektiver wahrzunehmen,
besser zu verstehen und heilsam zu beeinflussen, nehmen deutlich zu. Das
resultierende Verständnis, die wachsende Empathie führt zu größerer sozialer
Kompetenz und Selbstbewusstsein. Dadurch wird das Leben sehr erfüllt.
Auch in
Hamburg erlebte das CARE-Team viele bewegende Momente. Eine ältere Dame
engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt eines Spielplatzes. Sie nutzt die Zeit,
um online eine Petition „Aktion Kinderparadies“ ins Leben zu bringen.
Gemeinsam
mit ihrem Vater erhielt sie eine Tüte - eine weitere will sie ihrer einsamen
Schwiegermutter schenken, die im Altersheim lebt.
Die Corona
Krise betrifft einkommensschwache Bevölkerungsgruppen besonders hart. Die
Preise steigen, die Tafeln sind geschlossen. Viele Menschen durchleben wieder
eine herausfordernde Zeit voller Sorgen, Nöte und Einsamkeit.
Wir werden
die Care-Aktionen jeden Monat weiterführen.
Selbstverständlich
halten wir uns dabei an alle erforderlichen Sicherheitsregeln.
Glück
entsteht in diesem Moment - hier und jetzt - und gerade die kleinen Gesten
können Glück für einen ganzen Tag schenken!
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